"Alma" - das ist nicht nur Theater, sondern auch eine große Party.
Polydrama heißt die Spielform, bei der mehrere Szenen gleichzeitig
aufgeführt werden und der Zuschauer sich frei aussuchen kann, welche
er sich ansieht.
Bald nach der Uraufführung vor 16 Jahren bei den Wiener Festwochen
wurde "Alma" zum Stadtgespräch und auch von der internationalen Presse
bejubelt. Am Anfang stand der Wunsch, ein solches Polydrama zu machen
- erst danach ist man auf die Figur der Alma Mahler gekommen.
Almas Jugendliebe zu Gustav Klimt, ihre Ehe mit Gustav Mahler, ihr
wildes Liebesleben mit Oskar Kokoschka und ihre wechselhaften Ehejahre
mit Franz Werfel bilden den Stoff für jene Dramen, die sich im Stück
gleichzeitig abspielen.
Weltournee auf 3 Kontinenten
Sechs Jahre lang diente jeden Sommer das 1902 erbaute Sanatorium
Purkersdorf bei Wien als Spielstätte. Danach begann die Produktion zu
reisen, zuerst nach Venedig, dann nach Lissabon und Los Angeles. 2006
gastierte man in Berlin, dann in Schloß Petronell, im Kurhaus
Semmering und 2009 schließlich in Jerusalem. Als Spielort diente dort
das ehemalige britische Zentralgefängnis, in dem die Angehörigen der
jüdischen Untergrundorganisationen inhaftiert waren, die gegen die
britische Besatzung kämpften. Eine euphorische Vorberichterstattung in den
israelischen Medien machte "Alma" auch in Israel zum Mega-Erfolg. Um in
Jerusalem spielen zu können, stellte das Verteidigungsministerium allerdings
zur Bedingung, bestimmte explizit erotische Stellen zu umschreiben - aus
Angst vor religiösen Hardlinern.
16 Jahre – 421 Vorstellungen
Drei Jahre wurde in Wien im ehemaligen Post- und Telegrafenamt
gespielt, einem Geisterhaus im Herzen der Stadt, mit verlassenen
Prunksälen im vierten Stock, die Kaiser Franz Josef 1905 zu Ehren der
neuen Technik der Telegrafie erbauen ließ. Dort wurde 2010 nicht nur die
400. Vorstellung, sondern natürlich auch der 150. Geburtstag von Almas
Ehemann Gustav Mahler gefeiert, an dem es eine Gala-Vorstellung mit
Feuerwerk gab.

Und 2011 jährte sich Gustav Mahlers Todestag am 18. Mai zum hundertsten Mal.
Aus diesem Anlass wurde in Prag gespielt, seiner Heimat, im herrlichen
Martinicky Palais vor der Prager Burg. Dort fand, im Schatten des Veitsdoms
und der Silhouette von Prag, auch Mahlers berühmter Begräbniszug statt.
Ignoranz der Kulturpolitik
Nachdem die Vorstellungen in Wien keine Subventionen erhalten, stand "Alma" 2011 vor dem Aus. Die Stadt Wien, namentlich der Kulturstadtrat
Mailath-Pokorny, weigerte sich (wie schon die Jahre zuvor) die Produktion zu
unterstützen. Diese Ignoranz - "Alma" ist immerhin die erfolgreichste
österreichische Theaterproduktion der letzten Jahrzehnte - gefährdet unseren
Fortbestand.
Doch hat nach dem Gewinn des Nestroy-Publikumspreises im November 2010 und
dem großen Medienecho der namhafte Sponsor NOVOMATIC angeboten, durch seine
Unterstützung den Fortbestand von "Alma" auch im 16. Jahr zu sichern.
Lassen Sie uns hoffen, dass es auch 2012 weitergeht! |